Partnerschaft

Delegationsreise mit Kölner Bürgermeister

Im März 2017 reiste Andreas Wolter, Bürgermeister der Stadt Köln und Klima-Bündnis-Botschafter der UN-Klimakonferenz 2016, mit dem Geschäftsführer des Klima-Bündnis, Thomas Brose, nach Ecuador und Peru.

Anlass war ein Vorbereitungstreffen der COICA, ihrer Mitgliedorganisationen und internationaler Kooperationspartner in Quito für die kommende UN-Klimakonferenz in Bonn (COP23). Außerdem feierte die COICA, der Dachverband der indigenen Organisationen des Amazonasbeckens, sein 30-jähriges Bestehen. Darüber hinaus besuchte Bürgermeister Wolter weitere Organisationen in Ecuador, wie Ecociencia und APAK, einen Verein indigener Mediengestalter, und lernte ihre Arbeit kennen.

Trotz der schlimmen Überschwemmungen durch „El Niño“ – mit vielen Toten in Ecuador, Kolumbien und Peru, wie die Presse berichtete – konnten Andreas Wolter und Thomas Brose ihre Reise in Peru fortsetzen. Im Mittelpunkt stand ein Besuch der Provinz Ucayali im Amazonastiefland. Vertreter des indigenen Gemeindeverbands in der Region (FECONAU) waren zuvor im Dezember 2016 in Köln gewesen, nachdem erste Gespräche auf der UN-Klimakonferenz in Marrakesch stattgefunden hatten. Besucht wurden die Gemeinden Yarinacocha und Santa Clara. Die dort lebenden Shipibo-Conibo leiden vor allem unter dem Druck durch den massiven Ausbau von Palmölplantagen in ihren Gebieten. Trotz der rechtlichen Anerkennung ihres Gebietes, behält sich der Staat ein Verfügungsrecht vor und vergibt Lizenzen für Palmölplantagen.

„Die indigene Bevölkerung sieht sich durch diese Maßnahmen nicht nur in ihren Rechten, sondern auch in ihrer Existenz gefährdet. Zum einen, weil der Wanderfeldbau, der auf den sensiblen Böden nötig ist, nicht mehr möglich ist, das Fischen aufgrund versperrter Zugänge deutlich erschwert ist und durch Pflanzenschutzmittel die Böden und Gewässer verschmutzt werden. Die Indigenen behaupten zu Recht: ‚Wir sind Teil der Lösung beim Kampf gegen den Klimawandel. Dort wo wir leben und wirtschaften wird kein Regenwald vernichtet.‘ Das macht die Allianz zwischen den europäischen Städten und den indigenen Völkern so interessant.“, erläutert Bürgermeister Andreas Wolter.

Palmöl ist in jedem zweiten Supermarktprodukt enthalten. Der größte Anteil wird allerdings als Kraftstoff genutzt: Fast die Hälfte der EU-Importe werden als „Biosprit“ verwendet. Die Beimischungspflicht in Europa hat den Druck auf die Regenwälder weltweit erhöht.


Lichtblick in der EU

Die Abgeordneten des EU-Parlaments haben Anfang April 2017 eine Resolution für mehr Nachhaltigkeit bei der Palmölherstellung verabschiedet. Die EU-Kommission wird darin aufgefordert, bis 2020 vollständig auf Palmöl für die Herstellung von Kraftstoffen zu verzichten. Zudem soll ein einheitliches System zur Zertifizierung von Palmöl aufgebaut und nur Palmöl aus nachhaltiger Produktion in die EU importiert werden.


"So wie europäische Kommunen eine nicht kommerzielle Daseinsvorsorge als essentiellen gesellschaftlichen Grundwert erachten, so beanspruchen die indigenen Gemeinden in den Regenwaldgebieten ihre Lebensgrundlage einer traditionellen Selbstversorgung für ihre Gemeinschaften. Diese Lebensweise ist ein schützens- und unterstützenswerter Beitrag zum Weltklimaschutz zum Erhalt der Artenvielfalt und zum Naturschutz. "

Andreas Wolter, Bürgermeister Köln

 

 

 

  • © Andreas Wolter 2017

    © Andreas Wolter 2017
  • © Andreas Wolter 2017

    © Andreas Wolter 2017
  • © Andreas Wolter 2017

    © Andreas Wolter 2017

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