Indigener Widerstand

Countdown am Xingu V

Das Staudammprojekt Belo Monte im Norden Brasiliens macht seit Ende der 1980er Jahren Schlagzeilen. Durch Proteste und große internationale Aufmerksamkeit konnte das Projekt damals gestoppt werden. Die Szene einer indigenen Frau vom Volk der Kayapós, die ihre Machete an das Gesicht des damaligen Verantwortlichen des staatlichen Energieunternehmens Eletronorte hielt, ist weltweit zu einem Symbol des Widerstandes gegen Großprojekte geworden.

Während der Präsidentschaft von Lula (2002 – 2010) wurde das Projekt wieder aufgenommen. Seitdem protestieren die betroffenen indigenen Gruppen gemeinsam mit Fischern, Kleinbauern und nationalen wie internationalen Organisationen gegen das Projekt – allerdings diesmal mit weniger Erfolgsaussichten. Der große Unterschied zu den 1980er Jahren: Heute kann Brasilien das Projekt selbst finanzieren und ist nicht auf Weltbankkredite angewiesen.

In der Provinzhauptstadt Altamira im brasilianischen Amazonasgebiet, entsteht nun seit 2011 der drittgrößte Staudamm der Welt – Belo Monte: Strom für den »wirtschaftlichen Aufstieg Brasiliens«. Und den Rohstoffhunger der Welt. So die offizielle Version. Doch hinter den Kulissen geht es um milliardenschwere „Extraprofite“ für Baufirmen und PolitikerInnen.
Für die Regierung ist es ein Prestigeprojekt und Teil verschiedener Infrastrukturprogramme, 150 weitere Staudämme sollen im Amazonasgebiet neu gebaut werden. Dafür will man Hunderttausende Hektar Regenwald roden, Indigene und Flussbauern vertreiben.

 

Im Rahmen des Projekts "Change the Power - (Em)Power to Change" bietet das Klima-Bündnis seinen Mitgliedskommunen die Möglichkeit, den Film "Count Down am Xingu" in der eigenen Stadt zu zeigen.

 

Ende 2008 beginnen Martin Keßler und sein Team mit den Dreharbeiten zu dem Dokumentarfilm „Eine andere Welt ist möglich – Kampf um Amazonien“ (93 min, 2009). Damit startet eine weltweit einzigartige dokumentarische Langzeitbeobachtung über den Konflikt um Großstaudämme im Amazonasgebiet: „Count Down am Xingu / Tapajos“. Bis 2015 erscheinen fünf weitere Dokumentarfilme. Der Film erzählt die vorerst letzte Etappe beim Bau des Megastaudamms – die Flutung. Und deren Vorgeschichte und Hintergründe: den gigantischen Korruptionsskandal „Petrobras“ um die großen brasilianischen Baukonzerne. Jene Konzerne, die Belo Monte gebaut haben. Und die Stadien zur Olympiade in Rio.

 

Der Dokumentationsfilm steht Mitgliedern kostenlos zur Verfügung. Des Weiteren gibt es Zusatzmaterialien, Hintergrundinformationen und Ideen, wie eine Veranstaltung rund um den Film aufgebaut werden kann. Stoßen Sie eine Diskussion über erneuerbare Energien an, diskutieren Sie die möglichen Folgen von Megaprojekten und treten Sie in einen Austausch mit Expert*innen zum Thema.

 

Interesse? Kontaktieren Sie uns! klimagerechtigkeit(at)klmabuendnis.org

 

Foto im Header: @ Adrian Rheinländer für neuewut

"Wir bitten um nichts, wir fordern unsere Rechte ein!"

by Leonardo Batista (Seu Aranô, Brasilien)

 

 

 

  • @ Adrian Rheinländer für neuewut

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